Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden
Die Landeshauptstadt Dresden vergibt jährlich bis zu zwei
Förderpreise an Künstlerinnen und Künstler, Kulturakteure oder Ensembles zur Unterstützung ihrer künstlerischen/fachlichen/professionellen Entwicklung.
Der Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden geht 2026 an den sächsischen Fotografen
Matthias Creutziger. Wie die Stadt am Montag mitteilte, wählte eine Jury aus Kulturschaffenden und Abgeordneten den Künstler aus. Die Förderpreise gehen an die international erfolgreiche Band
Ätna und an das Musik-Projekt Banda Communale.
Förderpreis 2026 | Banda Comunale
Die im Jahr 2001 als Protest gegen Neonazi-Aufmärsche gegründete Dresdner Brassband Banda Comunale mischt Brass, Balkanbeats, Klezmer, Afrofunk und Cumbia zu einem mitreißenden, feierlichen Sound. Das rund 20-köpfige Kollektiv aus lokalen und internationalen Musikerinnen und Musikern begleitet seit seinen Anfängen Demonstrationen wie „Laut gegen Nazis“ und spielte bereits über 600 Konzerte bei Festivals, in Flüchtlingsheimen und Gefängnissen. Ab 2015 wuchs das Kollektiv durch geflüchtete Mitglieder zur „Banda Internationale“ heran und kehrt 2021 als „Comunale“ zurück. Mit ihren vielseitigen musikpädagogischen Projekten in Schulen und andernorts setzt das Kollektiv Musik als Brücke gegen Vorurteile und für Toleranz ein.
Begründung der Jury
„Die Banda Comunale ist weit mehr als ein Musikensemble. Sie ist ein Symbol für Zusammenhalt, Vielfalt und gesellschaftliches Engagement. Mit ihren mitreißenden Bläserklängen bringt sie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammen und zeigt, dass Musik eine gemeinsame Sprache sein kann. Ihr Wirken beweist, dass Kunst nicht nur für sich selbst stehen darf, sondern Verantwortung übernehmen und Haltung zeigen kann. Banda Comunale verbindet künstlerische Qualität mit gesellschaftlichem Bewusstsein."

„Banda Comunale und alle, die mit uns im Boot sitzen, freuen sich über diese Anerkennung! Wir sind seit 25 Jahren die Dorfkapelle Dresdens. Wir positionieren uns gegen Rechtsruck, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus, Fremden- und Muslimfeindlichkeit. Solange unseren Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde und uns selbst täglich die Gleichwertigkeit abgesprochen wird, spielen gemeinsam gegen Menschenfeindlichkeit. Ja, unsere Blasmusik ist politisch. Und wenn sie es nicht mehr sein muss, wird man uns wieder nur noch auf Hochzeiten, Dorffesten und Beerdigungen hören. Auch wenn es nach Außen selten durchdringt: in diesen 25 Jahren hat sich Dresden trotz der beständigen Präsenz von Fremdenfeindlichkeit sehr verändert. Es gibt ein transkulturelles, quereeres, multireligiöses, offenes, vielsprachiges, tolerantes, buntes, und ja, auch ein jüdisches Dresden. Ein Dresden mit viel mehr Fingern an einer Hand, als Faschisten zählen können. Das ist unser Zuhause. Und das bleibt.“ Banda Comunale